„Tagesthemen“ und die Windkraft – Universitätsprofessor Dr. rer. nat. Frank ENDRES vom Institut für Elektrochemie an der TU Clausthal bezieht hierzu wie folgt Stellung:

Letzte Woche haben die Tagesthemen bekanntermassen einen bereits anmoderierten Beitrag über Windkraftanlagen und die möglichen Konsequenzen von Infraschall ohne Abmoderation NICHT gesendet. Was in Dänemark ein Thema ist, ist somit – medial – kein Thema im Land der Energiewende, Deutschlands.

Universitätsprofessor Dr. rer. nat. Frank ENDRES vom Institut für Elektrochemie an der TU Clausthal bezieht hierzu wie folgt Stellung:

 

15.03.2015

Prof. Dr. rer. nat. Frank Endres,

Kontakt frank.endres@tu-clausthal.de
TU Clausthal, Institut für Elektrochemie

Infraschall und Windkraftkraftanlagen
Der Skandal, den Beitrag zum Infraschall von Windkraftanlagen seitens eines öffentlich rechtlichen Senders abzusagen, besteht auch darin, dass bzgl. der angeblichen „Klimakatastrophe“ oder der Kernenergie jede Neuigkeit medial ausgeschlachtet wird.

So hieß es kürzlich in einer Nachrichtensendung, die „Atomkatastrophe“ in Fukushima hätte 19.000 Tote zur Folge gehabt. Richtig ist, dass diese Menschen durch Erdbeben und Tsunami gestorben sind – das war die Katastrophe und eine kaum in Worte zu fassende menschliche Tragödie.

Bei den „Erneuerbaren“ werden bzgl. der Risiken dagegen alle Augen mit tatkräftiger Unterstützung aller Parteien feste zugedrückt, schließlich muss ja das Klima gerettet werden, koste es, was es wolle. Andere Prioritäten scheint es in der deutschen Politik nicht mehr zu geben.

Infraschall durch WKA (aber auch durch akustisch schlecht gedämmte Wärmepumpen) gibt es, er ist messbar, und lebende Organismen reagieren auch darauf. Über die Folgen und die individuelle Empfindung wird gestritten, ich vermute – aus eigener Erfahrung – dass Allergiker empfindlicher auf Infraschall reagieren als Nicht-Allergiker, aber das ist nur eine Vermutung, die ich nicht streng wissenschaftlich belegen kann.

Die Medizin wäre gefordert, diesbezüglich sofort mit der Grundlagenforschung zu beginnen. Viele Allergiker sind auch sehr lichtempfindlich, wobei eine exakte wissenschaftliche Begründung dafür meines Wissens noch fehlt, man hat bzgl. Allergien bis heute sowieso nur ein rudimentäres Verständnis für ihr Entstehen, die schulmedizinische Behandlung setzt nicht bei der Ursache an sondern kann beim aktuellen Wissensstand nur die Folgen bekämpfen.

Für mich ist es seitens der Windenergie-Szene eine infame Anmaßung, Beschwerden über Infraschall als die Einbildung von Irren darzustellen. Man könnte dann genauso gut argumentieren, dass man sich um die Belange von Allergikern gar nicht zu kümmern braucht, weil die meisten Menschen eben keine Allergiker sind, man könnte Allergikern also einen NOCEBO-Effekt vorwerfen.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist es UNVERANTWORTLICH, die Beschwerden von Menschen im Zusammenhang mit Windkraftanlagen als NOCEBO-Effekt zu bagatellisieren und ohne jegliche Rücksicht einfach so weiterzumachen wie bisher.

Die Politik in Bund und Ländern wäre gefordert, sofort unabhängige Untersuchungen in Auftrag zu geben, und zwar nicht an per se befangene Institutionen. Zum Schutz der Bevölkerung wäre die einzig logische Entscheidung, bis zu einer abschließenden wissenschaftlichen Klärung den Ausbau der Windenergie mit sofortiger Wirkung auszusetzen bzw. Windkraftanlagen zum Schutz von Leib und Leben nur noch mindestens 10 – 15 km von der nächsten Ortschaft entfernt aufzustellen.

Wenn die Bundesregierung an dem Ziel „Energiewende“ festhält, wäre sie gefordert, die Forschungsgelder massiv zu erhöhen, um alternative Konzepte zu entwickeln. In Japan werden bspw. Windkraftanlagen entwickelt, die den Magnus-Effekt nutzen. Inwieweit diese WKA Infraschall produzieren, müsste geprüft werden.

Wie ich mehrfach öffentlich gesagt habe, habe ich nicht das geringste Problem damit, die sog. „erneuerbaren Energien“ in der thermischen Nutzung weiterzuentwickeln, man kann in diesem Bereich und in der Effizienzsteigerung wirklich viel Sinnvolles tun.

Leider sind Frau Merkel und Herr Gabriel bzgl. begründeter Bedenken völlig beratungsresistent, Frau Merkel bis zur Sturheit, so dass zu befürchten ist, dass die Bundesregierung erklären wird, dass sie keine Notwendigkeit sieht, das Infraschallproblem überprüfen zu lassen.

Univ.-Prof. Dr. Frank Endres  ||| WEITERES ZUM THEMA:

https://burgerforumaachen.wordpress.com/2015/03/15/bi-windkraftnetzwerk-niedersachsen-protest-uber-tagesthemen-wg-abgesetzten-berichts/

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